Für die Bildungsbedarfsplanung ist es im ersten Schritt wichtig, zwischen Bildungsbedarf und Bildungsbedürfnis zu differenzieren:
Die Planung von Bildungsmaßnahmen kann grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden: reaktiv oder proaktiv. Reaktive Bildungsplanung findet dann statt, wenn Angebote auf akuten Bedarf hin ins Programm genommen werden. Bei der proaktiven Bildungsplanung versucht man, einen zukünftigen Bedarf zu antizipieren. Hierdurch lässt sich Bildungslücken, die durch veränderte Anforderungen entstehen, frühzeitig entgegenwirken.
Der Bildungsbedarf lässt sich auf unterschiedlichen Ebenen ermitteln, denen jeweils eine andere Perspektive zugrunde liegt. Becker unterscheidet hierbei drei Ebenen der Bedarfsanalyse:
Becker unterscheidet unterschiedliche Reifegrade in der Bildungsplanung:
Versucht man den Prozess der Bedarfsanalyse in unterschiedliche Referenzschritte einzuteilen, so ist der erste Schritt einer typischen Bedarfsanalyse die Tätigkeitsanalyse. Bei dieser werden die Aufgaben und Tätigkeiten ermittelt, die von den Mitarbeitern wahrgenommen werden, sowie die Kenntnisse und Fertigkeiten, die diese erfordern. In der nachfolgenden Anforderungsanalyse wird auf einer mittleren Abstraktionsebene (sog. "Stellenbündelniveau") die Menge der Anforderungen für eine Stelle ermittelt.
Auf Mitarbeiterseite werden im Rahmen der Adressatenanalyse die aktuell vorhandenen Kompetenzen ("Qualifikationsanalyse") und die Entwicklungspotentiale (Potentialanalyse) ermittelt. Daraus kann dann eine Lücke ermittelt werden, für die eine Ursachenanalyse durchgeführt wird. Diese versucht herauszufinden, ob die Lücke durch einen Mangel im Dürfen (Ordination), Mangel im Wollen (Motivation) oder einen Mangel im Können (Qualifikation) begründet ist. Beim Mangel im Können ist noch weiter zu unterscheiden, ob es sich um einen Mangel an Potential, Mangel an Übung oder Mangel an Rückkopplung handelt. Nur ein Mangel im Können, der nicht diesen drei Kategorien zuzuordnen ist, ist ein Bildungsbedarf; ansonsten handelt es sich um einen Förderbedarf.
Auszug aus der Diplomarbeit:
Christine Kunzmann:
Konzeption von Skills-Management-Instrumenten für die Bildungsbedarfspflege in der Pflege am Städtischen Klinikum Karlsruhe
Hochschule Pforzheim, September 2005
Dort sind auch die Quellen ausführlicher ausgeführt.